Im Jahre 788 wird der Name Buchbach als „Pohpah” zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Erzbischof Arno von Salzburg legte in seinem bekannten Kirchenverzeichnis, dem „Indiculus Arnonis”, die zum Bistum Salzburg gehörenden Kirchen fest. In dem Güterverzeichnis ist auch die Kirche in Buchbach aufgeführt. Hatten die Salzburger damals nur einige Besitzungen in “Pohpah”, so kam 927 das ganze Buchbach durch Tausch mit dem Edlen Lamperth nach Salzburg. 

1145 werden Adelbert und Tiemo von Buchbach als Ministerialen des Pfalzgrafen Friedrich genannt. Beide sollen zu dem einst blühenden Geschlechte der “Puchpeckher” gehört haben. Der Standort des Schlosses dieser Adelsfamilie ist heute mit Sicherheit nicht mehr feststellbar. Buchbach wird bereits im Jahr 1266 als salzburgischer Markt genannt und führte ab 1275 den Zusatz “mercatum”, was Buchbach zur Abhaltung von Warenmärkten privilegierte. 

Anno 1567 wurde dem Markt “für treu geleisteten Gehorsam an das Erzstift Salzburg und den jeweiligen Landesherrn” vom Erzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy ein Wappen verliehen. Die Buche mit dicken Blätterbüscheln an den Enden der Zweige und der Bach finden sich auch schon auf dem ältesten überlieferten Siegel, das mit 1638 datiert ist. Die Darstellung blieb seither weitgehend unverändert.


Auf Grund des Reichdeputationshauptschlusses von 1803 kamen die noch bestendenden Fürstbistümer zu Bayern. Damit wurden auch die bayerischen Besitzungen des Fürstbischofs von Salzburg, darunter der Markt Buchbach, endgültig Bayern angegliedert. Auch die salzburgische Exklave Mühldorf am Inn, heute Sitz des gleichnamigen Landkreises, ging damals an das Kurfürstentum Bayern

In der Bistumsbeschreibung von 1880 ist Buchbach als Pfarrei mit 1764 Seelen in 367 Häusern angegeben. 1960 waren es 2063 Einwohner, heute, im Jahr 2019, sind es rd. 3200 Einwohner.

Buchbach heute –  Zwischen Land und Ballungsraum München

Der Marktgemeinde Buchbach ist es gelungen sein Angebot im Handel-, Gewerbe- und Dienstleistungsbereich der Zeit entsprechend auszubauen. Durch die Gebietsreform von 1972 bis 1978 wurden die Gemeinden Ranoldsberg und Teile der Gemeinden Felizenzell und Walkersaich eingegliedert. Die Wirtschaftsstruktur ist durch die Ansiedlung von Industrie, durch eine Vielzahl von Handwerksbetrieben und Einzelhandelsgeschäften reich differenziert. Buchbach ist Sitz einer Grund- und Hauptschule, sowie zwei Kindertageseinrichtungen.

Die mittlerweile verkehrstechnisch sehr günstige Lage des Marktes Buchbach zwischen den Bundesstraßen B15, B299 und B388, sowie der Autobahn A94 führte seit 1990 zu einem Bevölkerungswachstum von über 20 Prozent. Das Bayerische Landesamt für Statistik führt den Landkreis Mühldorf am Inn hinsichtlich der Einwohnerentwicklung als “zunehmend” bis “stark zunehmend”, dies trifft ebenso für den Markt Buchbach zu.

Größere Städte im Umkreis von höchstens 35 Kilometern sind Mühldorf am Inn, Waldkraiburg, Erding und Landshut. Die Landeshauptstadt München wird nach Abschluss des Autobahnteilstückes A94 ebenfalls sehr rasch erreichbar sein. Die Verlagerung des Flughafen Münchens zu Beginn der 1990er Jahre von Riem ins Erdinger Moos kann ebenso als Grund für die positive Entwicklung Buchbachs in den vergangenen zwei Jahrzehnten gesehen werden.

Der Ärztemangel ist eine der zentralen Herausforderungen des Jahrzehnts

Trotz der allgemein starken Entwicklung ist Buchbach, wie viele bundesdeutsche Kommunen, vom heraufziehenden Ärztemangel betroffen. Neben Buchbach sind auch wesentlich größere Kommunen massiv vom Mangel an Ärzten betroffen. So können hierfür zwei Gründe angeführt werden. Zum einen der Abbau der Medizinstudienplätze im Allgemeinen, sowie einem gleichzeitig gesunkenen Anteil der Mediziner, die sich für eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin und damit für eine Tätigkeit als Hausarzt entschieden. Parallel dazu wird es für junge Ärzte immer attraktiver sich in größeren und modernen Praxen anstellen zu lassen. Das Einzelkämpferdasein wird zunehmend unbeliebter.

Der Markt Buchbach hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die ärztlich-ambulante Versorgung in seinem Einzugsbereich für die Zukunft sicherzustellen. Moderne Praxisstrukturen und attraktive Anstellungsmöglichkeiten für Nachwuchsärzte sollen die hausärztliche Versorgung zukünftig gewährleisten. Derzeit unterstützt der Markt Buchbach die Niederlassung eines Hausarztes bzw. einer Hausärztin. Neue Praxisräume, Anschubfinanzierung, Mietzuschuss und Niederlassungsprämie sind nur einige Unterstützungsleistungen!